Lagenlook für Herren: So kombinierst du im Herbst

Im Herbst ist es morgens kühl, mittags mild und abends wieder frisch. Wer sich auf ein einziges dickes Kleidungsstück verlässt, schwitzt entweder im Tram oder friert auf dem Heimweg. Der Lagenlook löst dieses Problem: Du trägst mehrere dünnere Schichten übereinander und ziehst eine aus oder an, sobald sich die Temperatur ändert. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du die Schichten aufbaust, ohne dass es aussieht, als hättest du den halben Schrank angezogen.

Das Prinzip: drei Schichten

Denk in drei Ebenen. Die erste liegt auf der Haut, die zweite wärmt, die dritte schützt vor Wind und Nässe. Nicht jeder Tag braucht alle drei. An einem milden Oktobertag reichen oft die ersten beiden Schichten, an einem nassen Novembermorgen kommt die dritte dazu. Der Vorteil: Du bleibst flexibel und musst dich am Morgen nicht für das Wetter des ganzen Tages entscheiden.

Schicht 1: Shirt oder Langarmshirt

Die Basis sollte eng genug sitzen, damit sie unter anderen Kleidungsstücken nicht aufträgt, aber nicht so eng, dass sie spannt. Ein Rundhalsausschnitt ist die flexibelste Wahl, weil er unter einem Hemdkragen genauso funktioniert wie unter einem Pullover. Gedeckte Farben wie Weiss, Grau, Navy oder Schwarz lassen sich mit fast allem kombinieren. Achte darauf, dass das Shirt lang genug ist und nicht aus der Hose rutscht, sobald du die Arme hebst.

Schicht 2: Hemd, Pullover oder Strickjacke

Hier entsteht der eigentliche Look. Du hast mehrere Möglichkeiten:

  • Ein Hemd über dem Shirt, offen getragen oder bis oben zugeknöpft.
  • Ein Pullover mit Rundhals oder V-Ausschnitt, bei dem Shirt oder Hemdkragen oben herausschauen.
  • Eine Strickjacke, die du offen trägst und bei Bedarf einfach ausziehst.

Eine Faustregel: Der Pullover sollte nicht länger sein als die oberste Schicht, sonst verschwindet die Linie. Ein Hemd darf dagegen ruhig ein paar Zentimeter unter dem Pullover hervorschauen, wenn du das mit Absicht tust und es nicht nach Versehen aussieht.

Schicht 3: Jacke oder Mantel

Die oberste Schicht muss über alles passen, was darunter liegt. Probiere sie deshalb immer mit Pullover an und nicht nur über einem Shirt. Im Herbst genügt oft eine Übergangsjacke, später im Jahr folgt ein Mantel. Wie du die passende Grösse findest, liest du in unserem Beitrag Die passende Jackengrösse finden.

Farben und Proportionen

Bleib bei zwei bis drei Farben, die zueinander passen, zum Beispiel Navy, Grau und Beige. Kombiniere Töne, die sich in der Helligkeit unterscheiden, damit die Schichten sichtbar bleiben und nicht zu einer einzigen Fläche verschwimmen. Bei den Proportionen gilt: Ist eine Schicht weit geschnitten, darf die nächste schmaler sein. Zwei weite Schichten übereinander wirken schnell schwer, zwei enge schränken die Bewegung ein.

Drei Kombinationen zum Nachbauen

  • Im Büro: weisses Langarmshirt, hellblaues Hemd, dunkelgrauer Pullover mit V-Ausschnitt, dazu eine Chino und Lederschuhe.
  • Am Wochenende: graues Shirt, offene Strickjacke, Jeans und Sneaker.
  • Bei Regen: Langarmshirt, dünner Rundhalspullover, eine Jacke mit Kapuze und feste Schuhe.

Typische Fehler

  • Zu viele dicke Schichten: Drei Strickteile übereinander tragen auf und schränken die Bewegung ein.
  • Die oberste Schicht ist zu eng für den Pullover darunter.
  • Alle Schichten sind gleich lang, dann fehlt die Staffelung.
  • Die Farben sind zufällig gewählt statt aufeinander abgestimmt.

Ausprobieren statt grübeln

Probiere die Kombinationen zu Hause vor dem Spiegel aus, bevor du sie im Alltag trägst. Hebe die Arme, setz dich hin und geh ein paar Schritte. Zieht oder rutscht etwas, passt die Abfolge noch nicht. So findest du schnell heraus, welche Schichten zu deinem Alltag passen und welche besser im Schrank bleiben.